"Aschinger Brotspende" fortgeführt

Ortsverein

Lukas Butterworth, Uli Aschenbrenner und Wilhelm Zirngibl bei der Aschinger Brotspende

Im 18. Jahrhundert waren es Arme, denen die „Brotspende“ der Herren von Falkenfels, der Barone von Weichs, direkt in Form von Naturalien zukam. Ab dem 19. Jahrhundert floss diese Stiftung in den Lokalarmenfond in Straubing ein. In Aufrechterhaltung dieser mildtätigen Tradition verkauft man symbolisch auch heute noch selbstgebackenes und gespendetes Brot jeweils am Totensonntag Ende November nach dem Gottesdienst am Kircheingang.

Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Ascha möchten damit zum einen darauf aufmerksam machen, dass es auch heute noch Institutionen oder Personen gibt, die über derartige private Zuwendungen eine Verbesserung ihrer Lage erhalten. Zum anderen legt man in Ascha Wert auf den Blick in die Vergangenheit und hält an Traditionen fest.

 

In diesem Jahr wurden insgesamt 95 Brote von dem Aschinger Sozialdemokraten Josef Aumüller gebacken, die für einen Preis von drei Euro vor und nach den Gottesdiensten in Ascha und Falkenfels verkauft wurden. Ein Blick in die Unterlagen zeigt, dass diese Aktion 1993 zum ersten Mal stattfand und man 1997 beispielsweise 150 Brote zu drei D-Mark anbot. Damals gab es einfach noch mehr Kirchgänger.

Der Reinerlös aus dem Verkauf kommt auch nach 200 Jahren immer noch Menschen zugute, die es dringend brauchen. Hatte man mit dem Geld in den letzten Jahren einem vom „Verein für Kinderhilfe Nepal in Mitterfels“ finanzierten Heim für 70 Kinder in Kathmandu unter die Arme gegriffen oder über die von Dr. med. Reinhard Erös geleitete „Kinderhilfe Afghanistan“ mit der „Brotspende aus Ascha“ in dieser Krisenregion geholfen, so unterstützte man auch schon den Verein „Musaade“ von Pater Rainer im Karmelitenkloster in Straubing, um über den Verein der durch die Krisen im Nahen Osten schwer gebeutelten Bevölkerung in Bethlehem zu helfen.

Auch Projekte wie das Kinderheim Sankt Johannes in Kostenz gehörten schon zu den Nutznießern wie auch bedürftige Flüchtlinge. Im letzten Jahr kehrte man tatsächlich zur ursprünglichen Absicht zurück, indem man den Erlös der nach den Stiftern benannten Freiherr-von-Weichs-Grundschule in Ascha zur Verfügung stellte, die damit sozial bedürftigen Schülern bei Klassenfahrten oder andern schulischen Aktionen finanziell unter die Arme greifen kann. Das Geld dieses Jahres möchte man zurücklegen, um im Folgejahr einen größeren Betrag an eine entsprechende Stelle weiterzugeben.

Historisch geht die „Brotspende von Ascha“ auf das Jahr 1699, als besagte Baronin Anna von Weichs vier Tage vor ihrem Tod testamentarisch die „Brotspende“ bestimmte. Im Laufe der Zeit lockerten sich die von ihr festgelegten Regelungen, so dass Quellen davon sprechen, dass 1812 nur noch Gewohnheiten übrig geblieben waren. In Folge der Mildtätigkeit der Baron von Weichsschen Familie wurde in der Pfarrkirche zu Ascha in der Seelenoktav, also im November, ein Gottesdienst abgehalten und der Schlossherr von Falkenfels war verpflichtet, nach dem Amt Sechspfünder aus drei Schäffel Korn an die Armen austeilen zu lassen. Die Brotspende wurde 1804 aufgelöst und dafür ein an den Schrannenpreis in Straubing angepasster Gegenwert in den Lokalarmenfond eingebracht, der allerdings wegen eines Schlossbrandes von 1807 bis 1810 eingestellt werden musste. Jedoch kamen 1810 der Pfarrer von Ascha und der Freiherr von Buchstetten überein, die Spendenaktion wieder aufleben zu lassen und ließen in Folge den Geldbetrag für Brotspenden zur Hälfte als Armenfond den Hofmarken Falkenfels, Ascha, Rißmannsdorf, Loitzendorf und Rattiszell zukommen und zur Hälfte den Schulen der beiden Hofmarken Falkenfels und Ascha. Ab 1829 übernahm der Staat im Zuge des Ankaufs sämtlicher Herrschaftsansprüche des Lorenz von Lang die Brotspende in Ascha.

 

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